Ein Glasfaseranschluss im Haus. Was nun?

Im folgenden gehen wir davon aus, dass Sie bisher einen DSL-Anschluss mit weniger als 30 Mbit/s haben und einen DSL-Router benutzen. Dieser ist nicht bei der Hauseinführung der Telekom installiert sondern ist an einer Telefonsteckdose im Wohn- oder Arbeitsbereich angeschlossen. Sie benutzen WLAN allein oder zusammen mit einem LAN-Kabelanschluss am Router. Die Hauseinführung ist in einem eigenen Raum, meistens im Keller.

Das Schema, wie ein FTTB-Anschluss verkabelt wird und wie die Komponenten dazu benannt sind, finden Sie über den Link auf der rechten Seite.

Vom Glasfasermodem zum Router (1 Hauseinführung)

Da der FTTB-Anschluss eine neue Hauseinführung hat, können Sie das Telefonkabel als bisherige Verbindung zwischen Hauseinführung und Router nicht mehr verwenden. Es muss durch ein LAN-Kabel ersetzt werden. Dafür gibt es 2 Alternativen für Häuser mit 1 - 3 Anschlüssen:

LAN-Kabel verlegen  Der Router bleibt an seinem Platz und das Telefonkabel wird durch je ein LAN-Kabel in die Wohneinheiten oder Betriebsstätten ersetzt. Dazu ist wichtig, dass der bisherige Router einen sog. WAN-Anschluss hat (Siehe Bedienungsanleitung). Falls nicht, muss der Router ersetzt werden. Diese Lösung bietet sich an, wenn die bisherige Versorgung der Räume mit WLAN ausreichend war und nicht weiter ausgebaut werden soll, wenn das LAN-Kabel einfach zu verlegen ist (z.B. weil in einem Leerrohr installiert). Dabei wird die 1. Datensteckdose in der Nähe des von INEXIO neu installierten Glasfasermodems montiert. Die 2. Datensteckdose ersetzt die bisherige Telefonsteckdose, wo der Router angeschlossen ist. Die Datensteckdosen werden über das zu verlegende Installationskabel verbunden. Die 1. Datensteckdose verbindet man mit einem Patchkabel (LAN-Kabel mit RJ45-Steckern an beiden Enden) mit der LAN-Buchse des Glasfasermodems. Die 2. Datensteckdose wird mit einem Patchkabel mit dem WAN-Anschluss des Routers verbunden. Danach müsste alles wie bisher funktionieren. Falls Sie den Anbieter gewechselt haben, müssen ggf. auch Zugangsdaten eingegeben und die Telefonnummern neu konfiguriert werden.

Router zum Glasfasermodem verlagern  Der bisherige Router wird (ohne oder mit abgeschalteten WLAN  aber mit WAN-Anschluss  zum Glasfasermodem verlegt und die Wohnung von dort mit einem PowerLan (LAN über das Stromnetz) je Wohn- und Geschäftseinheit versorgt. Diese Lösung bietet sich an, wenn ein LAN-Kabel nur mit viel Aufwand zu installieren oder absehbar ist, dass die bisherige WLAN-Versorgung für höhere Übertragungsraten nicht ausreicht (z.B. In 2 Zimmern sollen HD-Filme gleichzeitig angeschaut werden). Dies dürfte bei Tarifen am FTTB-Anschluss von mehr als 200 Mbit/s die am besten geeignete Alternative sein, falls die Elektroinstallation das zulässt (Siehe unten).

Dabei wird an der neuen Hauseinführung im Keller eine 2. Stromsteckdose montiert und mit einem PowerLan-Adapter bestückt. In der Wohnung werden je nach Bedarf weitere Stromsteckdosen mit PowerLan-Adaptern versehen. Die WAN-Buchse des Routers wird einem Patchkabel mit dem Glasfasermodem und eine LAN-Buchse des Routers mit einem 2. Patchkabel mit einer LAN-Buchse des Powerline-Adapters verbunden.

Nun können an jeder Stromsteckdose in dieser Wohnung mit einem Powerline-Adapter Geräte per LAN-Kabel angeschlossen werden. Alternativ gibt es auch Powerline-Adapter mit eingebautem WLAN, der wie ein normaler WLAN-Adapter funktioniert.

Für diese Lösung muss für den Anschluss von Telefonen am Router (Schnurlose Geräte, ISDN-Telefone oder analoge Telefone) geprüft werden, welche Möglichkeiten dafür in Betracht kommen. Die einfachste Lösung ist, die Telefonversorgung nicht mehr über den Router sondern über ein IP-Telefon aufzubauen.

PowerLan Installationen sind sehr flexibel zu nutzen, leicht zu erweitern und gestatten in Kombination mit der WLAN-Funktion eine gute Versorgung auch von größeren Räumen oder Büroflächen.

Allerdings müssen bei PowerLan eine Reihe von Vorkehrungen getroffen werden, um Störungen zu vermeiden. Dabei sind die wichtigste Punkte:

  • Alle mit PowerLan-Adaptern bestückten Steckdosen sollten möglichst so im Stromnetz der Wohnung verdrahtet sein, dass die Verdrahtung (Phase, Nullleiter und Schutzleiter) möglichst ohne Umwege über Verteilerdosen und vor FI-Schaltern zusammengeschaltet ist.
  • Bei größeren Wohnungen mit mehrphasiger Elektroinstallation kann der Einbau eines Phasenkopplers nützlich sein. Das Gerät ist preiswert aber einbauen darf es nur ein zertifizierter Elektromeister im Sicherungskasten vor den Sicherungen und etwaigen FI-Schaltern.

Die PowerLan-Anbieter (z.B. AVM Berlin, Devolo Aachen, ...) halten hier alle notwendigen Informationen zur Optimierung von PowerLan-Netzen bereit.

Grundsätzlich gilt, dass auch PowerLan-Installation einen deutlichen Verlust an Übertragungsleitung bedeuten. Der Verlust ist aber bei guter Planung geringer als bei jedem WLAN aus dem Keller.

Vom Glasfaseranschluss zum Router in Geschäfts- und Mehrfamilienhäusern sowie Wohnanlagen

Hier ist eine Verbindung des Hausanschlusses mit den Wohn- und Geschäftseinheiten nur über Glasfaser- oder LAN-Kabel sinnvoll. Planung und Ausführung solcher Installationen können nur von Fachfirmen in enger Zusammenarbeit mit dem Netzbetreiber und den Benutzern erfolgreich ausgeführt werden.

Stand: April 2020

Information

Hier finden Sie Informationen wie ein FTTB-Anschluss in einem Gebäude verkabelt wird.


Material für die verschiedenen Alternativen

LAN-Kabel verlegen:
  » 2 RJ45-Datensteckdosen CAT 6 UP oder AP
  » Ethernet Verlegekabel CAT 7 in ausreichender Länge
  » 2 Ethernet Patch-Kabel CAT 6, flexibel, 1 - 2 Meter
  » Router mit WAN-Anschluss (  Bedienungsanleitung)

Router zum Glasfasermodem verlagern:
  » 1 zusätzliche Stromsteckdose am Hausanschluss
  » 1 Powerline-Adapter mit Steckdose und ohne WLAN
  » 1 (mindestens) Powerline-Adapter ggf. mit WLAN
  » 1 Router mit WAN-Anschluss und ohne DSL-Modem

Der Router muss Gigabit LAN-Anschlüsse haben.

Powerline-Adapter sollten mit Übertragungsleistungen von 1200 Mbit/s arbeiten.


Hinweise zu Leistungsverlusten bei WLAN

Die Übertragung von Daten mit WLAN ist Bauart bedingt immer mit Leistungsverlusten behaftet. Wirklich gut sind die Leistungen nur auf freien Flächen. In einer Wohnung oder einem Büro sind das allerdings die einzelnen Zimmer.

Wände aus Kalksandstein oder mit Alu-Folie kaschierter Isolierwolle schirmen WLAN-Signale weitgehend ab. Selbst Leichtbauwände aus Gips-Karton-Platten führen zu einem deutlichen Leistungsverlust.

Diese Verluste waren bei Übertragungsleistungen von weniger als 30 Mbit/s häufig nur wenig spürbar, da die "gedämpfte" Leistung des WLAN-Netzes noch ausreichte. Bei 100 Mbit/s und mehr wird der WLAN-Verlust immer deutlicher.


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