Kunst im Keller begeistert


Am 16. Mai wurde im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Literarische Lese Freinsheim“ die diesjährige Ausstellung mit Werken aus der Kunstsammlung Dr. Dr. Weiler feierlich eröffnet. Unter dem Motto „Die Goldenen Zwanziger“ präsentierte die Verbandsgemeinde Freinsheim ausgewählte Arbeiten aus ihrer Sammlung in einem besonderen Ambiente: erstmals im neu geschaffenen „Kunstkeller“ der Galerie Seconds Concept Culture in Freinsheim.

Bereits die Eröffnung machte deutlich, dass hier ein besonderer Ort entstanden ist. Das Galeristen-Ehepaar Agnieszka Schmidt-Cwiertnia und Dr. Christoph Schmidt begrüßte die zahlreichen Gäste und sprach über die Entstehungsgeschichte der Räumlichkeiten und formulierten augenzwinkernd „die Kunst gehe in den Keller“. Es sei lange ein Wunschgedanke gewesen, das historische Kellergewölbe herzurichten und damit Raum für Kunst aller Art zu bieten. 

Entstanden ist ein nahezu mystischer Ort mit offener Sandsteinmauer, Gewölbedecke und industriellem Charakter in dem die Bilder durch gezielt gesetzte Lichtspots besonders eindrucksvoll in Szene gesetzt werden. Die anfängliche Frage, ob Kunst im Keller wirken könne, beantwortete sich an diesem Nachmittag schnell selbst.

Bronze-Skulptur des erst im April verstorbenen Künstlers Erich Sauer.

Auch Bürgermeister Jürgen Oberholz begrüßte die Gäste und erinnerte an den Wasserrohrbruch in der Straße vor wenigen Monaten sowie an die enorme Leistung des Galeristenpaares und seines Renovierungsteams. Dr. Dr. Heinrich Weiler hatte seine Sammlung nach seinem Tod der Verbandsgemeinde Freinsheim vermacht – verbunden mit dem Wunsch, diese zusammenzuhalten und der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Ein besonderer Dank ging an Frau Dr. Amberger und das gesamte Team der Literarischen Lese, die diese Veranstaltung begleitet und auf den Weg gebracht hat. Besonders begrüßte er außerdem Frau Gitta Sauer. Ihr Ehemann, der Künstler Erich Sauer, war im April verstorben und hinterlässt ein bedeutendes künstlerisches Werk mit zahlreichen Skulpturen und Bronzeplastiken. Mit Blick auf dieses kulturelle Erbe betonte der Bürgermeister die Bedeutung, solch wertvolle Nachlässe für die Öffentlichkeit zu erhalten.

Frau Dr. Amberger stellte im Anschluss die Veranstaltungsreihe vor und machte auf weitere Programmpunkte aufmerksam, bevor sie das Wort an Gerd Hauser übergab. Gemeinsam hatten sie in einem kleinen Team die Auswahl der Werke getroffen – keine einfache Aufgabe, da nur etwa die Hälfte der ausgestellten Bilder tatsächlich aus den Zwanzigerjahren stammt; die übrigen stammen von Künstlern, die in dieser Epoche wirkten oder von deren Stil geprägt wurden.

In seinem eindrucksvollen Vortrag führte Hauser in die historischen und gesellschaftlichen Hintergründe der „Goldenen Zwanziger“ ein und betrachtete ausgewählte Werke im Kontext ihrer Zeit. Seine Texte zu allen Bildern sind während der gesamten Ausstellungsdauer zugänglich.

Die Veranstaltung erwies sich als voller Erfolg: Der Kunstkeller war bis auf den letzten Platz gefüllt, die Besucherinnen und Besucher zeigten sich begeistert von den außergewöhnlichen Räumlichkeiten und nutzten bei einem Glas Sekt die Gelegenheit zum Austausch und zur intensiven Betrachtung der Werke. Die Vorfreude auf weitere Veranstaltungen in diesem besonderen „Kunstkeller“ war am Ende deutlich spürbar.

Zu sehen ist die Kunstausstellung noch bis zum 14. Juni 2026 in der Galerie des Seconds Concept Culture, 
Bahnhofstr. 13a, Freinsheim. 
Öffnungszeiten: Do. – Fr., 12 – 18 Uhr, Sa.,10 – 16 Uhr und So 7.6., 13 – 18 Uhr. Der Eintritt ist frei.