Wenn jede Sekunde zählt


Am Samstag, den 25. April fand in der Kindertagesstätte „An der Bach“ in Freinsheim eine groß angelegte Räumungsübung unter Beteiligung der Freiwilligen Feuerwehren aus Freinsheim, Erpolzheim und Weisenheim am Sand statt. Während Evakuierungsübungen üblicherweise jährlich intern von den Erzieherinnen mit den Kindern durchgeführt werden, handelte es sich in diesem Jahr erstmals seit fast einem Jahrzehnt wieder um eine umfassende Übung mit realitätsnahem Feuerwehreinsatz.

Am Sammelpunkt werden die Informationen an die Feuerwehr weitergegeben.

Insgesamt nahmen 15 Vorschulkinder an der Übung teil. Ein besonderer Dank gilt den Eltern sowie Kita-Leiterin Manuela Espenschied und ihrem Team, die ihre Zeit an einem Samstagmittag zur Verfügung stellten, um dieses wichtige Training zu ermöglichen, betonte Jens Schäfer, Fachbereichsleiter Bürgerdienste der Verbandsgemeindeverwaltung.

Das Szenario begann mit vorbereitenden Maßnahmen der Feuerwehr: Mithilfe von Nebelmaschinen wurde im ersten Obergeschoss der Kita dichter „Rauch“ erzeugt, um eine realistische Einsatzlage zu simulieren. Zusätzlich versteckten sich Mitglieder der Jugendfeuerwehr im Gebäude, um das Auffinden vermisster Personen unter erschwerten Bedingungen zu trainieren. Kurz darauf lösten die Rauchmelder Alarm aus. Unmittelbar begannen Frau Espenschied und die Erzieherinnen im Erdgeschoss mit der Evakuierung. Nach einem mit der Feuerwehr entwickelten Plan wurden die Kinder strukturiert aus dem Gebäude geführt. Jede Erzieherin folgte dabei einem klar definierten Ablaufplan. Der Sammelpunkt befand sich an der Stadtmauer bei der Skulptur der Freinsheimer Waschfrau. Dort wurde überprüft, ob alle Kinder das Gebäude verlassen hatten. Für die Übung wurde angenommen, dass sechs Personen im Gebäude vermisst werden.

Dichter „Rauch“ sorgt für einen realitätsnahen Übungseinsatz

Mit dem Eintreffen der Feuerwehr übernahm diese unter der Leitung der neuen Wehrführung durch Uwe Fleischmann und Phil Strasser die Menschenrettung und Brandbekämpfung. Aufgrund der engen Lage des Kindergartens in der Altstadt erfolgte die Anfahrt der größeren Einsatzfahrzeuge über den nahegelegenen Sportplatz des TSV Freinsheim. Insgesamt waren 11 Fahrzeuge und rund 50 Einsatzkräfte im Einsatz.

Die Bedingungen im Obergeschoss waren herausfordernd: Dichter Rauch reduzierte die Sicht auf unter einen Meter. Ausgerüstet mit Atemschutzgeräten durchsuchten die Einsatzkräfte systematisch die Räume. Die vermissten Personen konnten zügig lokalisiert, gerettet und versorgt werden. Parallel dazu lief die Brandbekämpfung sowie die Organisation der Wasserversorgung über längere Wegstrecken, da vor Ort keine direkte Wasserentnahme möglich ist. Ein zusätzliches Übungselement stellte die simulierte Verunfallung eines Atemschutztrupps dar. Auch diese Lage wurde erfolgreich bewältigt, indem ein bereitstehendes Rettungsteam eingriff.

Nach rund eineinhalb Stunden wurde die Übung erfolgreich beendet. Neben der Überprüfung des Evakuierungsplans stand insbesondere die Verbesserung der Einsatzkommunikation und organisatorischer Abläufe im Fokus. Die Übung zeigte eindrucksvoll, wie wichtig regelmäßige Trainings für den Ernstfall sind – sowohl für die Kita als auch für die beteiligten Feuerwehren. Trotz Vorankündigung hat das große Aufgebot der mit Blaulicht und Martinshorn anrückenden Fahrzeuge für Aufsehen gesorgt und führte zu Rückfragen u. a. bei der Polizei.