Am 6. März 2026 fand der diesjährige Frühlingsempfang der Verbandsgemeinde Freinsheim in der festlich geschmückten Turnhalle des TV Kallstadt statt. Bürgermeister Jürgen Oberholz begrüßte zahlreiche Gäste aus Landes- und Kommunalpolitik, Wirtschaft, Verbänden und Verwaltung sowie Bürgerinnen und Bürger der Verbandsgemeinde. Die Halle war nahezu ausverkauft – auch ein Zeichen dafür, wie gut die Veranstaltung bereits in den vergangenen Jahren angenommen wurde.
Durch den Abend führte erneut der RPR1. Moderator Ben Salzner. Mit seiner lockeren und humorvollen Art sorgte er von Beginn an für eine heitere Atmosphäre und führte mit dem Bürgermeister ein Interview zu aktuellen Themen und Projekten der Verbandsgemeinde. Austausch, Ehrungen und gute Unterhaltung beim Frühlingsempfang der Verbandsgemeinde Freinsheim.

Ein wichtiger Schwerpunkt war die Situation in Kindertagesstätten und Schulen. Der Bürgermeister betonte, dass die Verbandsgemeinde derzeit gut aufgestellt sei. Dank einer Kampagne zur Mitarbeitendensuche im vergangenen Jahr konnten zahlreiche Einstellungsgespräche geführt und neue Fachkräfte gewonnen werden. Ziel ist es, in allen Kitas eine stabile personelle Besetzung sicherzustellen, um krankheitsbedingte Ausfälle, die durch den regelmäßigen Kontakt mit erkrankten Kindern häufiger auftreten können, besser kompensieren zu können.
Zugleich müsse sich die Verbandsgemeinde auf neue gesetzliche Anforderungen einstellen. Ab dem Schuljahr 2026/2027 besteht bundesweit ein Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung für Kinder der ersten Klassenstufe, der schrittweise bis zur vierten Klasse ausgeweitet wird. Auch in Rheinland-Pfalz arbeiten Kommunen und Schulträger derzeit daran, entsprechende Betreuungsangebote und Ferienprogramme auszubauen. In diesem Zusammenhang ist auch vorgesehen, die Hermann-SinsheimerGrundschule in Freinsheim um eine Mensa mit Küche zu ergänzen. Darüber hinaus soll die leerstehende Waldschänke am Sportplatz renoviert und als Mensa für die Grundschule Weisenheim am Berg genutzt werden – eine Lösung, die im Vergleich zu einem Ausbau des schuleigenen Dachgeschosses erhebliche Kosten spart und vorhandene Infrastruktur sinnvoll nutzt.
Ein weiteres Thema war die Verkehrssituation in den Ortsgemeinden. So wird unter anderem die Bahnbrücke in Dackenheim saniert. „Wir sind froh, dass die Deutsche Bahn in unsere Region investiert. Unannehmlichkeiten müssen manchmal dafür hingenommen werden“, betonte der Bürgermeister. Auch weitere Maßnahmen wie Straßensperrungen – beispielsweise in der Erpolzheimer Straße in Freinsheim oder der Ausbau der L522 zwischen Herxheim und Weisenheim am Berg im vergangenen Jahr – seien aus Gründen der Verkehrssicherheit notwendig. Der Landesbetrieb Mobilität investiere hier erheblich. Gleichzeitig werden bei solchen Baumaßnahmen auch die Chancen genutzt und die Wasserleitungen und Abwasserkanäle durch die Verbandsgemeindewerke erneuert, um spätere Baustellen an derselben Stelle und damit verbundene Mehrkosten zu vermeiden.
Auch die Trinkwasserversorgung stand im Fokus des Abends. Im vergangenen Jahr wurde ein neuer Brunnen zwischen Freinsheim und Herxheim am Berg gebohrt. Derzeit wird über Maßnahmen zur Aufbereitung und Wasserenthärtung beraten. „Es geht hier um sehr viel Geld. Aber das Wasser soll für die Verbraucher auch bezahlbar bleiben“, erklärte der Bürgermeister. Gleichzeitig betonte er, dass das Trinkwasser auch bei leicht erhöhtem Härtegrad eine sehr gute Qualität habe.
Im Bereich Katastrophenschutz verwies der Bürgermeister auf aktuelle Ereignisse in Berlin oder Ludwigshafen am Rhein, die zeigen, wie schnell kritische Situationen entstehen können. Auch deshalb appellierte er an die Bürgerinnen und Bürger, selbst Vorsorge zu treffen – etwa durch Notvorräte oder eine grundlegende Vorbereitung auf mögliche Krisensituationen. Der Bereich der Feuerwehr in der Verbandsgemeinde sei hierauf gut vorbereitet, z.B. durch die Nachrüstung von Notstromaggregaten in allen Feuerwehrgerätehäusern. „Mein besonderer Dank gilt allen ehrenamtlichen Feuerwehrkameradinnen und -kameraden, die im vergangenen Jahr bei rund 170 Einsätzen für einen schnellen und reibungslosen Ablauf gesorgt und damit Leben und Sachwerte gerettet haben“, so der Bürgermeister.
Aus dem Sondervermögen von Bund und Rheinland-Pfalz für Klimaschutz, Infrastruktur und Bildung erhält die Verbandsgemeinde eine Förderung von rund 8,8 Millionen Euro. Das sei sehr erfreulich und vor dem Hintergrund der mangelnden Finanzausstattung der Kommunen längst überfällig. Nun werde geprüft, für welche Investitionsmaßnahmen die Gelder sinnvoll eingesetzt werden können. Ein Bereich, so der Bürgermeister, könnten die Investitionen in die Verbesserung der Wasserversorgung sein.
Ein besonderes Jubiläum feiert in diesem Jahr der Bürgerbus: Seit 30 Jahren ist er bereits im Einsatz. Als erster Bürgerbus in ganz Rheinland-Pfalz ist er für mobil eingeschränkte Bürgerinnen und Bürger in der Verbandsgemeinde unterwegs. Aktuell läuft eine Testphase, in der auch Fahrten bis Maxdorf angeboten werden. Der Bürgermeister dankte allen ehrenamtlichen Fahrerinnen und Fahrern für ihr langjähriges Engagement.

Im Anschluss folgte ein besonders feierlicher Moment: die Verleihung der Ehrennadel der Verbandsgemeinde an Dietmar Leist. Bürgermeister Oberholz würdigte in seiner Laudation sein Lebenswerk und bat ihn gemeinsam mit seiner Frau auf die Bühne. Von 1979 bis 2024 engagierte sich Herr Leist kommunalpolitisch. Zuerst auf der Ebene der Ortsgemeinde Bobenheim am Berg, der er zuletzt 20 Jahre als Ortsbürgermeister vorstand. Seit 1999 vertrat er die Interessen der Bürgerinnen und Bürger auch im Verbandsgemeinderat und seinen Ausschüssen. Die Geschicke des Forstzweckverbandes Ganerben leitete er als Verbandsvorsteher wie auch später im Rechnungsprüfungsausschuss des Verbandes. Für sein kommunalpolitisches Engagement über 4 Jahrzehnte wurde Herr Leist mit der Ehrenurkunde des Gemeinde- und Städtebundes gewürdigt und von seiner Heimatgemeinde zum Ehrenbürger ernannt. Last not least brachte sich der Geehrte noch beim Musikverein Bobenheim, beim Kreismusikverband, bei der Feuerwehr und beim Bürgerverein ein. Unter stehenden Ovationen steckte Bürgermeister Oberholz Herrn Leist die Ehrennadel aus Gold an das Revers. Der Geehrte bedankte sich herzlich bei allen Unterstützern – besonders bei seiner Frau, die ihn über vier Jahrzehnte begleitet habe. Anschließend erhielt er den Taktstab und dirigierte das Unterhaltungsorchester „Bobenheimer“, dessen Mitglied er selbst ist.
Die Inthronisierung der neuen Weinprinzessin der Urlaubsregion Freinsheim war ein weiterer Höhepunkt des feierlichen Abends. Zunächst blickte die scheidende Prinzessin Tina Scherner in ihrer Abschiedsrede auf ein ereignisreiches Jahr zurück. Trotz der vielen Verpflichtungen neben ihrem Studium sei das Amt für sie stets eine Herzensangelegenheit gewesen, an der sie auch gewachsen sei. Mit großer Freude übergab sie ihr Amt an ihre Nachfolgerin Louisa Böhringer. Diese ist bis September noch Weinprinzessin in Kallstadt und engagiert sich unter anderem bei der Feuerwehr und den Brulljesmachern, der Kallstadter Landjugend. Bürgermeister Jürgen Oberholz wünschte ihr für ihre Amtszeit alles Gute und „immer ein volles Glas“. Die neue Weinprinzessin Louisa I. betonte, dass sie sich sehr auf die Aufgabe freue und ihre Begeisterung für den Weinbau weitergeben wolle: „Dieses Amt ist für mich eine große Ehre und zugleich Verantwortung. Denn der Weinbau muss in unserer Region weitergehen.“

Für beste Unterhaltung sorgte anschließend der Schauspieler und Comedian Boris Stijelja, Intendant des Boulevardtheaters in Deidesheim. In seinem Programm erzählte er humorvoll von seinen Anfängen als Kroate in der Pfalz und den damit verbundenen sprachlichen Herausforderungen. Mit seinen pointierten Beobachtungen über pfälzische Eigenheiten, brachte er das Publikum immer wieder zum Lachen.
Zum Abschluss des Abends blieb noch Zeit für ein geselliges Beisammensein bei Getränken und kleinen Speisen, die vom TV Kallstadt angeboten wurden. Für die musikalische Begleitung sorgte das Unterhaltungsorchester „Bobenheimer“. Wie in den vergangenen Jahren brachten sie viel Stimmung in die Veranstaltung. Der Musikverein feiert dieses Jahr sein 65-jähriges Jubiläum.
Ein besonderer Dank gilt allen Sponsoren und Mitwirkenden der Verbandsgemeindeverwaltung und des TV Kallstadt, die diesen rundum gelungenen Abend ermöglicht haben.



